Die Wertsteigerungsfaktoren unter der Lupe: 1. Der Kapitalstock

Firmenverkauf rechtzeitig planen: Nicht nur die reinen Buchhaltungszahlen, sondern auch der Kapitalstock, können den Wert eines Unternehmens massgeblich beeinflussen. Was in der Firma an Maschinenproduktivität steckt, ist von äusserst grosser Wichtigkeit und kann frühzeitig vor dem Firmenverkauf gesteuert werden.
Der Begriff Kapitalstock ist eigentlich der Volkswirtschaft entliehen. Doch eignet sich diese Bergriff sehr gut auch für die Werthaltigkeit einer Firmennachfolge. Durch Investition in den Kapitalstock können mehrere und/oder bessere Güter produziert werden, als der Wettbewerb. So kann das wirtschaftliche Produktpotential erhöht werden. Die Maschinen, welche für die Produktion des Verkaufsgut zuständig sind, verkörpern eines der besten Beispiele. Je mehr Geld einfliesst, welches mit den Maschinen eingeholt wird, desto höher ist der Wert der entsprechenden Maschine. Ganz im Gegensatz zum Realzeitwert, der bei manchen Maschinen nur noch dem Liquidationswert entspricht. Bei einer Investition in den Kapitalstock vermindert man den momentanen Gewinn, um in der Zukunft effizienter und komfortabler zu arbeiten. Eine Firma benötigt immer einen Grundstock an Kapitalgütern. Dazu gehören die materiellen Eigentümer wie Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge und auch Computer und Software. Auch diese Dinge können die Effizienz bis hin zur automatischen Wertschöpfung steigern. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig den Maschinenpark regelmässig zu erneuern, damit die akuell höchste Produktivität erzielt werden kann. Den Kapitalstock kann man also erhöhen, indem man in die Steigerung der Produktivität investiert. Genauso verläuft es umgekehrt. (Siehe Beispiel im Kasten) Beim Investieren stellt sich jeweils die Frage: Was brauche ich um die Produktivität und das Ergebnis zu steigern? Es ist nicht immer die klügste Lösung, das kostengünstigste oder das qualitativ beste Material zu kaufen. Bei der billigeren Lösung könnte die gewonnene Effizienzsteigerung unverhältnismässig schlechter sein, wie bei der teureren Option. Andererseits ist der Effizienzgewinn der letzten paar Prozent meist unverhältnismässig teuer. Sodass sich die Zusatzinvestition nicht auszahlt. Somit wurde verdeutlicht, dass sowie bei zu hoher als auch bei zu tiefer Investition Verluste vorkommen.
Der Wert einer Firma definiert sich also nicht nur aufgrund rein finanziellen Mitteln, sondern auch zu einem Grossteil aus der möglichen Wertschöpfung aus dem aktuellen Maschinenpark. Denn die Maschinen sind Teil der Produktionskette, die beim Verkauf auf den Erwerber übergehen. Anders ist es bei den Mitarbeiter, die möglicherweise das Unternehmen früher oder später verlassen können.
Somit kommt beim Kauf von Maschinen, Investitionen in Software oder bei der Automatisierung und Digitalisierung eine weitere Dimension dazu: Wie wirkt sich diese Entscheidung auf den Firmenverkauf aus.

Grauer Kasten: Aus meiner Beratungspraxis ist mir ein Fall bekannt, bei dem ein Taxiunternehmen kurz vor dem Verkauf seine gesamte Fahrzeugflotte ersetzt hat, obwohl er bisher stets nur ein Fahrzeug nach dem anderen bei Bedarf erneuert hat. Der Wertverfall der neuen Fahrzeugflotte, der im ersten Jahr am höchsten ist, musste der Unternehmer ganz aus seinen Gewinnen ausgleichen und hatte damit eine eklatant schlechteren Firmenwert zur Folge.